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Kritiken

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Inszenierung und Raum Carl Philip von Maldeghem

 

Die Debatte der Gleichheit oder Ungleichheit zwischen Affe und Mensch befeuerte Franz Kafka schon 1917 mit seinem "Bericht für eine Akademie". Der Affe "Rotpeter" doziert und plaudert vor der Akademie souverän und distanziert über seinen äffischen Ursprung und seine Entwicklung zum Mitglied der menschlichen Gesellschaft. Auf dem qualvollen Transport im Käfig von der Goldküste nach Europa wurde ihm klar, dass ein Entkommen unmöglich ist und dass ihn nur die Anpassung an den Menschen retten kann. Um zu überleben, ließ sich Rotpeter menschliche Verhaltensweisen andressieren.

Aber je intensiver seine Erinnerungen werden, desto emotionaler wird sein Vortrag. Die Situation eskaliert, denn die Zivilisation ist für den Affenmenschen auch ein Synonym für Entfremdung.


 

»Die Aussage des schon an sich starken und gehaltvollen Textes wird durch die expressive Spielweise von Georg Clementi verstärkt. Man kam nicht umhin, die Wandelbarkeit und Körperbeherrschtheit dieses Mannes sowohl als Affe, als auch als Angehöriger der „Herrenrasse Mensch“ zu bewundern.« 

DrehPunktKultur

 

affe im anzug mit sofa

 

»Als Rotpeter auf der Bühne: ein sprachlich, gestisch und körperlich fabelhaft fitter Georg Clementi. Am Ende saß er ausgepowert auf der Bühne. Völlig nackt, erschöpft, aber glücklich und zufrieden - so wie es auch das sehr begeisterte Publikum war.«

Salzburger Nachrichten

 
affe auf sofa

 

»Georg Clementi wird elektronisch gedoubelt, eine Videokamera begleitet ihn, projiziert ihn in Großformat. Die Bilder setzen sich manchmal weit nach hinten fort, aber die ganze Affenbande brüllt nicht, denn in Wirklichkeit ist Georg Clementi in der Regie Carl Philip von Maldeghems ein Grandseigneur von Scheitel bis zur Sohle. Einer von der Affenart, die nachzuäffen jedem Menschen wohl anstünde. Das Ironische, die scharfe Klinge dieser Satire auf die jüdische Assimilation (so interpretierte nicht nur Max Brod den Text) kommen gut heruas. Der Seelenstriptease dieser Kreatur vor der Akademie - Clementi/Maldeghem nehmen das absolut beim Wort - offenbart ja einen brillanten Denker, einen Analytiker des Möglichen, der jeweils pragmatisch das für ihn Vorteilhafteste aus dem jeweils Möglichen herausgeholt hat.«

DrehPunktKultur

 
vor großem videogesicht lächelnd
 
  

Die Inszenierung des Salzburger Landestheaters zieht den Zuschauer, der, ob er will oder nicht, zum Bestandteil der ominösen "Akademie" wird, in unwiderstehlichen Bann: die Grenzen zwischen Schimpanse und Mensch, von letzterem mühsam konstruiert und aufrechterhalten, lösen sich in Kafkas Text und dessen grandioser Umsetzung durch Carl Philip von Maldeghem (Regie), Carola Schiefke (Dramaturgie) und Georg Clementi (Rotpeter) vollkommen auf; die Schauspielleistung Clementis ist grandios.

Humanistischer Pressedienst

 

zurückgebeugter schrei mit videohintergrund

 

 

Carl Philip von Maldeghem berücksichtigt in seiner Inszenierung alle Symboliken und dramaturgischen Effekte. (...) Alleine in der Wandlung Rotpeters, oder besser in deren Fehlen, verleiht Maldeghem dem Stück einen äußert genialen und zutiefst rührenden Verlauf. In Maldeghems Fassung entwickelt sich Rotpeter nicht vom Affen zum Menschen, sondern ist immer beides zugleich. Ein lautes „Da Capo“ an Regisseur Carl Philip von Maldeghem und einen furiosen Georg Clementi. Noch einmal bitte! Noch einmal eintauchen in die menschliche Seele, noch einmal teilhaben an der fesselnden Analyse der Darwinschen Theorie, an deren Beginn wir offenbar noch immer stehen. Ausnahmetheater vom Allerfeinsten.

mw

 

beim affenblues

 

 

Affengeil!

Salzburger Nachrichten

 

 

Georg Clementi wurde mit dem "Bericht für eine Akademie" zum Botschafter des Grate Ape Projekts

Bericht Colin Goldner