
Liebe Freunde!
Hier mein Brief mit Gedanken, Tipps und Liebhabereien, Sinn und Unsinn für den Monat März
Hier kommen die...
Zitate des Monats
"Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht."
Abraham Lincoln
"Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben."
Bertrand Russell
"Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch."
Albert Einstein
"Kein Mensch besitzt soviel Festigkeit, dass man ihm die absolute Macht zubilligen könnte."
Albert Camus
Gedanken des Monats
Es scheint uns in diesen Tagen, als würden die menschlichen Sitten immer mehr verkommen: Die Epstein-Akten, die Trump-Administration, Putins Krieg, Irans Mullahs, die neue Rechte und ihre Verstrickung mit den Tech-Konzernen, der böse Elon... Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.
Aber ist es nicht eine Illusion, zu denken, dass es je besser war? Wenn ich einige Jahre zurückspule, würde die Liste vielleicht so beginnen: Missbrauch in der katholischen Kirche, Berlusconi zum viertenmal italienischer Ministerpräsident, Entführungen, Morde und Folter unter Assad in Syrien usw.
Spulte ich einige Jahrhunderte zurück, dann hieße es wohl: Unsagbare Kriegsverbrechen unter griechischen Stadtstaaten, öffentliche Hinrichtungen durch die Verwaltung in Rom, Vergewaltigungen am Französischen Königshof usw.
Das einzige, was sich wirklich verändert hat ist, dass wir heute quasi in Echzeit von alledem erfahren. Davor kann man sich nur schützen, indem man weniger Nachrichten konsumiert. Was sehr ratsam ist. Ansonsten können wir beobachten, dass die Akteure all dieser Listen, zwei Dinge gemeinsam haben: Zuviel Macht und zuviel Geld. Es gibt Möglichkeiten diese Probleme in den Griff zu kriegen, aber man muss sich diese Möglichkeiten eben auch zu denken trauen und darf nicht alle Verhältnisse als gegeben hinnehmen.
Es gibt z.B. melanesische Kulturen, bei denen soziale Rollen und Machtpositionen temporär getauscht werden. Wer in einer Periode ganz oben war, verbringt die nächste ganz unten und umgekehrt. Man kann sich gut vorstellen, wie dadurch soziale Spannungen abgebaut und dagegen Gemeinschaftsbindungen gestärkt werden. Solche Modelle ließen sich auf viele unserer Machthirarchien anwenden, man muss es nur wollen. Und es würde bestimmt allen Beteiligten gut tun, wenn der Ministerpräsident davon ausgehen müsste, seine nächste Amtsperiode in der Portiersloge des Präsidentenpalastes oder als Straßenkehrer davor zu verbringen und umgekehrt.
Auch müssen wir endlich den Gedanken (und die Erfahrung) beherzigen, dass Geld im Übermaß eine gefährliche Waffe ist, und es genau so behandeln, wie andere gefährliche Waffen auch - weitgehend verbieten. Es gibt nicht den geringsten Grund, warum eine einzige Person auf der Welt mehr als z.B. 10 Millionen Euro besitzen sollte. Ich finde es absolut legitim, die Konzentration eines höheren Betrages in Händen eines Einzelnen zum Schutze der Allgemeinheit zu verbieten. Natürlich höre ich schon die Unkenrufe: Was wird dann aus den Unternehmenswerten? Aber ich bin überzeugt, dass es jedem Unternehmen das noch so viel Wert ist gut tun würde, wenn es auf mehrere Köpfe verteilt werden muss. Zumindest würde man dann verhindern, dass Leute wie Elon Musk, oder Peter Thiel weitreichende, oft auch militärische Entscheidungen alleine treffen können.
Schreibt mir hier, was Ihr von alldem haltet!
Und kommt, wenn Ihr in der Nähe seid in die ...
Premiere des Monats
"Amerika"
von Franz Kafka am
20.März im Salzburger Landestheater
Dass Amerika durch die übermäßige Konzentration von Macht und Geld zum Alptraum wird, erleben wir gerade in Echtzeit. Karl Roßmann, Kafkas erster Romanheld, erlebt in Amerika viele Alpträume und ich kann euch mitten aus einer intensiven Probenarbeit heraus versprechen, dass Georg Schmiedleitner sie mit uns spektakulär in Szene setzten wird.
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber immer wenn ich zu viel über Amerika nachdenke, brauche ich, um die Disharmonie auszugleichen, etwas Kitsch, irgendeine Geschichte, in der die Welt scheinbar in Ordnung ist.
Hier kommt die (Ihr dürft ruhig lachen) ...
Serie des Monats
Sie zeigt Amerika von seiner rosaroten Seite: Eine kleine Bilderbuchstadt in den Rocky Mountains.
Das Leben von Doktor Andrew Brown ändert sich an dem Tag, an dem seine geliebte Frau bei einem Autounfall stirbt. Bis zu diesem Tag war er ein angesehener Arzt in New York, über den selbst große Zeitungen berichteten. Für seine Familie hatte er wenig Zeit. Dies soll sich nun ändern. Der Doktor entscheidet sich dafür mit seinen beiden Kindern, nach Everwood, Colorado zu ziehen.
Klicht hier, um den Trailer zu sehen!
Wer nach diesem Märchen auf unterhaltsame Weise wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden möchte, sollte zum ...
Kabarett des Monats
kommen und dabei erfahren worauf unsere westlichen Werte fußen und was bei ihrer Kultivierung schiefgelaufen ist.
Am Freitag, den 6. März
im kleinen theater Salzburg
Und alle, für die das nicht in Frage kommt, können sich mit dem ...
Also, viel Glück lieber Freund!
Und wer das lieber live erleben möchte, macht mit beim
Gewinnspiel des Monats
Am 10. April präsentiert die Salzburger Kulturvereinigung im Großen Festspielhaus
„Holzfällen“
mit der Misicbanda Franui & Nicholas Ofczarek.
Allein diese beiden Namen sind schon Grund genug, dabei zu sein.
Die ersten beiden Clementi-Brief-Leser oder Leserinnen die mir hier ein Mail mit dem Betreff "Ich will Holzfällen" schreiben, gewinnen je 2 Karten für den Abend.
Alle die dabei kein Glück haben, sollten sich diesen Konzerttermin vormerken, damit sie im April auch etwas haben, worauf sie sich freuen können:
Samstag, 11. April
Die Clempanei
im Emailwerk Seekirchen
Aber lasst mich nun nochmal an den Beginn dieses Briefes anknüpfen.
Hier kommt die ...
Demokratie des Monats
Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Superreicher. Mit ihrer Monopolstellung bestimmen Unternehmen wie X, Meta, Microsoft, Amazon, Apple, Spotify, TikTok und Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen. Derzeit geben wir Big Tech diese Macht, aber niemand zwingt uns dazu. Wir können sie Big Tech auch jederzeit wieder nehmen.
Das ist ein super Gefühl. Ich google z.B. seit Jahren schon nicht mehr, denn es ist kinderleicht im Internetbrowser auf Einstellungen zu klicken und im Raster "Suche" die Standart-Suchmaschine von Google auf Ecosia zu wechseln.
Seht hier was Ihr damit bewirkt!
Wer sich umfassend informieren will, weil ihm oder ihr dieses Thema schon lange unter den Nägeln brennt, besucht Seiten wie di.day
Ich werde Euch nun öfter von meinem digitalen...
Wechsel des Monats
berichten:
Es fiel mir z.B. besonders leicht, mich vom Browser Google Chrome, der zusammen mit Microsoft Edge und Safari das Internet dominiert, zu trennen und zu Firefox zu wechseln, eine der letzten großen, unabhängigen Bastionen, die sich für ein offenes Web einsetzt. Nichts hat sich dadurch in meinem digitalen Alltag verändert, außer, dass ich ein besseres Gefühl habe.
Und zum Abschluß noch der
Spruch des Monats

Lebt fröhlich und mit viel Herz!
Euer
Georg
